Designer-Düfte der Extraklasse
Schnüffel-Seminar mit Duft-Neuheiten: Patrick Rosenthal zu Besuch im Atelier von Star-Parfumeurin Kim Weisswange
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Iris von Arnim, Herr von Eden und Uli Schneider haben gleich drei Dinge gemeinsam: Sie sind bekannte Hamburger Modedesigner, haben Ende 2009 einen eigenen Duft herausgebracht und sich dabei vom Dufthaus Home of Fragrance beraten lassen. Dessen Geschäftsführerin Hedda Möller ist eine gute Freundin von mir und hat mich nach Hamburg in die neue Firmenvilla an der Alster eingeladen. „Ich möchte wissen, wie ihr diese Düfte kreiert“, hatte ich ihr am Telefon gesagt. Mein Wunsch wurde prompt erfüllt: Ich bekomme eine private Duftschulung am Beispiel der Duftneuheiten. Und zwar von Meisterparfumeurin Kim Weisswange persönlich, die alle drei Düfte entwickelt hat. Schon am nächsten Tag setze ich mich in den ersten Flieger, damit ich rechtzeitig zum Frühstück bei den Damen bin.
Freitag, 10.30 Uhr. Nach kurzem Flug und einer fast ebenso langen Taxifahrt von Flughafen hält der Wagen vor einem kleinen Prachthaus im Böhmersweg. Die Villa mit den gotischen Fenstern ist ein Juwel - das adäquate Domizil für eine der besten Nasen der Welt. Hedda (sieht wie immer phantastisch aus) öffnet die Tür und ein betörender Wohlgeruch strömt mir entgegen – pudrig wie ein laszives Boudoir, dabei von verhaltener Frische und Sanftheit. Ich breche in Entzückensschreie aus: „WAS IST DAS DENN???“ „Iris von Arnim, trage ich nur noch – ein echtes Aphrodisiakum“ sagt Hedda und strahlt.
Auf der Terrasse wartet Kim mit dem Frühstück – Rührei, Schinken und jede Menge Käse. Seit unserem letzten Treffen vor einen Jahr hat sie offenbar eine Verjüngungskur hinter sich: sie wirkt schlank, drahtig und voller Energie – ein echtes Kraftpaket. Die Haut ihres Madonnengesichts ist makellos wie die einer 25-jährigen. Ihr Geheimnis? „Hautöle mit pflanzlichen Wirkstoffen – etwas Besseres gibt es nicht“, sagt sie und nimmt einen großen Schluck ihres Standardgetränks Cola Light
Auf der Terrasse wartet Kim mit dem Frühstück – Rührei, Schinken und jede Menge Käse. Seit unserem letzten Treffen vor einen Jahr hat sie offenbar eine Verjüngungskur hinter sich: sie wirkt schlank, drahtig und voller Energie – ein echtes Kraftpaket. Die Haut ihres Madonnengesichts ist makellos wie die einer 25-jährigen. Ihr Geheimnis? „Hautöle mit pflanzlichen Wirkstoffen – etwas Besseres gibt es nicht“, sagt sie und nimmt einen großen Schluck ihres Standardgetränks Cola Light
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Ihre Empfehlung für ein jugendlich-straffes Hautbild gibt sie mir gleich als Produkt mit: Das Anti Aging Serum von Aliqua –eine Kreation des Hauses. Auf meine bevorstehende Verjüngung hätte ich vor lauter Vorfreude am liebsten gleich einen Champagner getrunken, aber der bleibt erst einmal im Kühlschrank. Denn was mich nach dem herzhaften Auftakt erwartet, erfordert höchste Konzentration: Die Einführung in die Haute-Parfumerie in den Katakomben des Hauses.
Im Keller – eleganter: Souterrain - befindet sich das Reich der Duft-Künstlerin. Das gekachelte Atelier ist von edler Kargheit – fast wie eine Mönchsklause: Auf einem weissen Tisch stehen an die 30 Parfum-Fläschchen mit den kostbaren Essenzen in Reih und Glied wie brave Chorknaben, die auf ihren Einsatz warten. Alle Fläschchen sind von unterschiedlicher Farbe, sauber etikettiert und beschriftet: Bergamotte, Neroli, Lavendel, Rose bulg., Sandelholz, Vanille, Pfeffer gr. lese ich, darunter stehen kursiv die lateinischen Beschriftungen. „Das ist nur ein kleiner Teil der Duftorgel, mehr Essenzen kannst Du ohnehin bei der ersten Schulung sowieso nicht auseinanderhalten“, sagt Kim.
Während der nächsten Stunde bin ich im Duftrausch: Eine Essenz nach der anderen soll ich erschnüffeln, ihr nachspüren, eine Duftcharakteristik niederschreiben. Zwischendurch hält mir Hedda einen Sack mit Kaffeebohnen unter die Nase – zur Neutralisierung. Ich merke, dass die Vorstellung von einem Duft nicht mit der Realität übereinstimmt: Diese Rose riecht nicht nach Rose sondern irgendwie streng und seltsam. „Das liegt daran, dass Du hier nur an natürlichen Essenzen riechst, mit denen wir die industriellen Parfumöle veredeln“, klärt mich Kim auf. Auf die Menge kommt es an: Ein Tropfen zuviel und die ganze Komposition ist perdu. Sehr spannend. Mit den Zitrusnoten sieht es anders aus: Bergamotte riecht betörend, ebenso Neroli oder Lavendel. Die pastöse Bourbon-Vanille - Wert des Mini-Tigels rund 1500 Euro, wie mir Kim versichert -, fester Bestandteil der Basisnoten vieler Düfte , riecht nicht wie in Omas Backstube sondern fast eklig in hoher Konzentration.
Nach der Theorie folgt die Praxis: Ich soll herausfinden, was in den Parfums der Designer Herr von Eden und Iris von Arnim an Essenzen verarbeitet wurden. Spannender war für mich die Frage, ob Kim es wirklich geschafft hat, für jedes Label die adäquate „Duftaura“ zu kreieren. Sie sagt: „ Image und den Charakter einer Marke in ein eigenständiges Duftkonzept zu bannen ist die größte Herausforderung für einen Parfumeur“.
Mit Iris von Arnim geht es los. Der Duft von Deutschlands „Cashmere-Queen“, den ich noch seit der Begrüssung in der Nase habe, offenbart sich auch beim zweiten Schnuppern als betörendes Gesamtkunstwerk (das riecht selbst meine Nase noch nach der stundenlangen Tortur): Rose, Patchouli, Bergamotte, Vanille und Tonka rieche ich nach dem Drill auf Anhieb heraus. „Sehr gut“, lobt Kim. Auch ich muss sie loben: Kein Duft könnte ihre Marke besser repräsentieren: Sowohl der edle, quadratische Flakon mit Goldruck und der cognacfarbene Inhalt assoziieren die Wärme und Wertigkeit ihres Lieblingsmaterials. Das Packaging mit dem irisierenden Farbverlauf ist farblich dem edlen Inhalt angepasst.
„Wow“, entfährt es mir, zum zehnten Mal. Ich nehme ich gleich drei Mal mit – für meine Mutter, meine beste Freundin und mich selbst. Dass Männer Damendüfte tragen, ist für Kim ohnehin nichts Neues. „Die Trennung zwischen Männer und Frauenparfums ist künstlich und total überholt“, sagt sie. Viele ihrer Privatkunden seien Männer. „Einige kommen mit einem Damenduft, den ich in etwas abgewandelter Form nachmischen soll. Sie würden sich nicht trauen, ihn offen in ihrem Bad stehen zu haben“.
Weiter geht es mit Uli Schneider. Die Designerin kommt mit gleich zwei Düften heraus. „Two of a kind“ nennt sich das Duo.. „Sie sind gedacht für die moderne Business-Frau, die – je nach Anlass und Stimmung – den Duft und dessen Konzentration selbst steuern will.“, erklärt Hedda. Das funktioniert deshalb, weil beide Parfums auf den gleichen Inhaltsstoffen basieren, die nur unterschiedlich gewichtet sind.Der weisse Duft sei frischer und etwas schwächer in der Konzentration und daher der ideale Tagesbegleiter, der dunkle eher die Variante für die sinnlichen Abendstunden.. Ich rieche selbst: Der weisse Duft ist in der Tat blumig-frisch, der dunklere würziger, tiefer. „So, was riechst Du heraus?“ fragt mich Kim. Ich schließe die Augen: „ Yasmin, Tuberose, Bergamotte, Geranium, Iris, Vanille“, kommt es über meine Lippen – wie in Trance. „Sehr gut, das ist ja phantastisch“, lobt Kim.
Ich bin elektrisiert und berauscht von meinen olfaktorischen Talenten. Jetzt würdige ich noch das Packaging der Schneider-Düfte – schwarze Schrift auf Weiss und vice versa – das Design überzeugt. Der Gesamteindruck: Beide Düfte sind der kongeniale Spiegel der modernen und schnörkellosen Mode von Uli Schneider. Hedda zeigt mir einige Preziosen in ihrem Kleiderschrank: Jacken, klassisch geschnitten, mit raffinierten Details – etwa einer stegartigen Knopflösung oder ein sexy-Oberteil mit intelligent gewählten Aussparungen, Die Mode kann ich nicht tragen, aber von den Düften bestelle ich gleich drei Pärchen.
Zum Schluss folgt die Kür: die drei Parfums von Herr von Eden sind eine besondere Herausforderung für mein Riechorgan. Bent Angelo Jensen, Inhaber und Designer des Avantgarde-Labels, wollte, so Hedda, „nostalgische Parfums mit reinen ätherischen Ölen, die das Flair seiner Mode spiegeln“. Die Anzüge und Kostüme seiner Kollektionen orientieren sich stark an Schnitt-Techniken der 20er- und 30er-Jahre, wie ein Blick in seinen schräg inszenierten Modekatalog zeigt. Hier posiert der Designer selbst – auch mal halbnackt in Stöckelschuhen. Sehr betörend, sehr sexy. Gerade hat er für seine selbst inszenierte Anzeigen-Kampagne „Half wild, half Child“ –fotografiert von dem genialen Daniel Josefsohn - den begehrten Lead-Award gewonnen.
Jetzt bin ich gespannt auf die Parfums. Zehn Minuten später weiss ich: Meine Lieblinge stehen fest. Allein die Namen – sie sind pure Poesie und Programm zugleich: Èros ist – wie sollte es anders sein - ein klassischer Orientale mit Ingredenzien wie Jasmin, Rose, Weihrauch oder Sandelholz - und damit pure Sinnlichkeit. Euterpe – benannt nach der Göttin des Tanzes – und Èclipse (Mondfinsternis) basieren auf dem Duftkonzept Fougère, das in der klassischen Parfumeurskunst für Herrendüfte reserviert war. Kim klärt mich auf: „Wegen seiner moosig-krautigen Unternote , die z . B. durch Inhaltsstoffe wie Geranium, Kümmel oder Karottensamen entstehen, ist es für mich die ideale Basis für moderne, anspruchsvolle Unisex-Düfte“.
Auch das Packaging ist genial. Alle drei Düfte stecken in einem pechschwarzen, edlen Karto von samtiger Haptik. Darauf prangt in schwarzer Lackschrift das geschwungene Herr-Von-Eden-Logo. Kaum zu sehen auf den ersten Blick. Understatement pur. „In den Regalen der Parfumerien liegen die Düfte wie Briketts – das irritiert natürlich, aber es fällt immerhin auf“, sagt Hedda. Die Überraschung beim Auspacken: Jeder Duft ist ein Einstecktuch gehüllt – das Markenzeichen der Dandy-Mode. „Bent geht auch nie ohne Einstecktuch aus dem Haus – es war seine Idee, so die Verbindung zur Mode zu schaffen“, so Kim. Dass ich bei diesen Düften besonders zuschlage – vor allem in Hinblick auf viele anstehende Geburtstage - versteht sich von selbst.
Noch bin ich einer der wenigen, die diese drei Parfum-Neuheiten für sich entdeckt haben. Das dürfte sich bald ändern. Seit einer Woche werden sie von einer - auf Exklusiv-Marken spezialisierten - Vertriebsgesellschaft an ausgewählte Parfumerien in den Großstädten verkauft. Ich wette, sie werden ein Renner. Mal sehen, ob ich auch mit dieser Prognose den richtigen Riecher habe.
Infos und Preise:
Iris von Arnim, Eau de Parfum, 50 ml, 79 Euro
Herr von Eden, Duft Trio Èros, Euterpe, Éclipse, je 50 ml und 100 ml: 89/119 Euro
Uli Schneider – Two of a Kind , je 50 ml, 59 Euro
Home of Fragrance
Herr von Eden
Iris von Arnim
Ulli Schneider
Im Keller – eleganter: Souterrain - befindet sich das Reich der Duft-Künstlerin. Das gekachelte Atelier ist von edler Kargheit – fast wie eine Mönchsklause: Auf einem weissen Tisch stehen an die 30 Parfum-Fläschchen mit den kostbaren Essenzen in Reih und Glied wie brave Chorknaben, die auf ihren Einsatz warten. Alle Fläschchen sind von unterschiedlicher Farbe, sauber etikettiert und beschriftet: Bergamotte, Neroli, Lavendel, Rose bulg., Sandelholz, Vanille, Pfeffer gr. lese ich, darunter stehen kursiv die lateinischen Beschriftungen. „Das ist nur ein kleiner Teil der Duftorgel, mehr Essenzen kannst Du ohnehin bei der ersten Schulung sowieso nicht auseinanderhalten“, sagt Kim.
Während der nächsten Stunde bin ich im Duftrausch: Eine Essenz nach der anderen soll ich erschnüffeln, ihr nachspüren, eine Duftcharakteristik niederschreiben. Zwischendurch hält mir Hedda einen Sack mit Kaffeebohnen unter die Nase – zur Neutralisierung. Ich merke, dass die Vorstellung von einem Duft nicht mit der Realität übereinstimmt: Diese Rose riecht nicht nach Rose sondern irgendwie streng und seltsam. „Das liegt daran, dass Du hier nur an natürlichen Essenzen riechst, mit denen wir die industriellen Parfumöle veredeln“, klärt mich Kim auf. Auf die Menge kommt es an: Ein Tropfen zuviel und die ganze Komposition ist perdu. Sehr spannend. Mit den Zitrusnoten sieht es anders aus: Bergamotte riecht betörend, ebenso Neroli oder Lavendel. Die pastöse Bourbon-Vanille - Wert des Mini-Tigels rund 1500 Euro, wie mir Kim versichert -, fester Bestandteil der Basisnoten vieler Düfte , riecht nicht wie in Omas Backstube sondern fast eklig in hoher Konzentration.
Nach der Theorie folgt die Praxis: Ich soll herausfinden, was in den Parfums der Designer Herr von Eden und Iris von Arnim an Essenzen verarbeitet wurden. Spannender war für mich die Frage, ob Kim es wirklich geschafft hat, für jedes Label die adäquate „Duftaura“ zu kreieren. Sie sagt: „ Image und den Charakter einer Marke in ein eigenständiges Duftkonzept zu bannen ist die größte Herausforderung für einen Parfumeur“.
Mit Iris von Arnim geht es los. Der Duft von Deutschlands „Cashmere-Queen“, den ich noch seit der Begrüssung in der Nase habe, offenbart sich auch beim zweiten Schnuppern als betörendes Gesamtkunstwerk (das riecht selbst meine Nase noch nach der stundenlangen Tortur): Rose, Patchouli, Bergamotte, Vanille und Tonka rieche ich nach dem Drill auf Anhieb heraus. „Sehr gut“, lobt Kim. Auch ich muss sie loben: Kein Duft könnte ihre Marke besser repräsentieren: Sowohl der edle, quadratische Flakon mit Goldruck und der cognacfarbene Inhalt assoziieren die Wärme und Wertigkeit ihres Lieblingsmaterials. Das Packaging mit dem irisierenden Farbverlauf ist farblich dem edlen Inhalt angepasst.
„Wow“, entfährt es mir, zum zehnten Mal. Ich nehme ich gleich drei Mal mit – für meine Mutter, meine beste Freundin und mich selbst. Dass Männer Damendüfte tragen, ist für Kim ohnehin nichts Neues. „Die Trennung zwischen Männer und Frauenparfums ist künstlich und total überholt“, sagt sie. Viele ihrer Privatkunden seien Männer. „Einige kommen mit einem Damenduft, den ich in etwas abgewandelter Form nachmischen soll. Sie würden sich nicht trauen, ihn offen in ihrem Bad stehen zu haben“.
Weiter geht es mit Uli Schneider. Die Designerin kommt mit gleich zwei Düften heraus. „Two of a kind“ nennt sich das Duo.. „Sie sind gedacht für die moderne Business-Frau, die – je nach Anlass und Stimmung – den Duft und dessen Konzentration selbst steuern will.“, erklärt Hedda. Das funktioniert deshalb, weil beide Parfums auf den gleichen Inhaltsstoffen basieren, die nur unterschiedlich gewichtet sind.Der weisse Duft sei frischer und etwas schwächer in der Konzentration und daher der ideale Tagesbegleiter, der dunkle eher die Variante für die sinnlichen Abendstunden.. Ich rieche selbst: Der weisse Duft ist in der Tat blumig-frisch, der dunklere würziger, tiefer. „So, was riechst Du heraus?“ fragt mich Kim. Ich schließe die Augen: „ Yasmin, Tuberose, Bergamotte, Geranium, Iris, Vanille“, kommt es über meine Lippen – wie in Trance. „Sehr gut, das ist ja phantastisch“, lobt Kim.
Ich bin elektrisiert und berauscht von meinen olfaktorischen Talenten. Jetzt würdige ich noch das Packaging der Schneider-Düfte – schwarze Schrift auf Weiss und vice versa – das Design überzeugt. Der Gesamteindruck: Beide Düfte sind der kongeniale Spiegel der modernen und schnörkellosen Mode von Uli Schneider. Hedda zeigt mir einige Preziosen in ihrem Kleiderschrank: Jacken, klassisch geschnitten, mit raffinierten Details – etwa einer stegartigen Knopflösung oder ein sexy-Oberteil mit intelligent gewählten Aussparungen, Die Mode kann ich nicht tragen, aber von den Düften bestelle ich gleich drei Pärchen.
Zum Schluss folgt die Kür: die drei Parfums von Herr von Eden sind eine besondere Herausforderung für mein Riechorgan. Bent Angelo Jensen, Inhaber und Designer des Avantgarde-Labels, wollte, so Hedda, „nostalgische Parfums mit reinen ätherischen Ölen, die das Flair seiner Mode spiegeln“. Die Anzüge und Kostüme seiner Kollektionen orientieren sich stark an Schnitt-Techniken der 20er- und 30er-Jahre, wie ein Blick in seinen schräg inszenierten Modekatalog zeigt. Hier posiert der Designer selbst – auch mal halbnackt in Stöckelschuhen. Sehr betörend, sehr sexy. Gerade hat er für seine selbst inszenierte Anzeigen-Kampagne „Half wild, half Child“ –fotografiert von dem genialen Daniel Josefsohn - den begehrten Lead-Award gewonnen.
Jetzt bin ich gespannt auf die Parfums. Zehn Minuten später weiss ich: Meine Lieblinge stehen fest. Allein die Namen – sie sind pure Poesie und Programm zugleich: Èros ist – wie sollte es anders sein - ein klassischer Orientale mit Ingredenzien wie Jasmin, Rose, Weihrauch oder Sandelholz - und damit pure Sinnlichkeit. Euterpe – benannt nach der Göttin des Tanzes – und Èclipse (Mondfinsternis) basieren auf dem Duftkonzept Fougère, das in der klassischen Parfumeurskunst für Herrendüfte reserviert war. Kim klärt mich auf: „Wegen seiner moosig-krautigen Unternote , die z . B. durch Inhaltsstoffe wie Geranium, Kümmel oder Karottensamen entstehen, ist es für mich die ideale Basis für moderne, anspruchsvolle Unisex-Düfte“.
Auch das Packaging ist genial. Alle drei Düfte stecken in einem pechschwarzen, edlen Karto von samtiger Haptik. Darauf prangt in schwarzer Lackschrift das geschwungene Herr-Von-Eden-Logo. Kaum zu sehen auf den ersten Blick. Understatement pur. „In den Regalen der Parfumerien liegen die Düfte wie Briketts – das irritiert natürlich, aber es fällt immerhin auf“, sagt Hedda. Die Überraschung beim Auspacken: Jeder Duft ist ein Einstecktuch gehüllt – das Markenzeichen der Dandy-Mode. „Bent geht auch nie ohne Einstecktuch aus dem Haus – es war seine Idee, so die Verbindung zur Mode zu schaffen“, so Kim. Dass ich bei diesen Düften besonders zuschlage – vor allem in Hinblick auf viele anstehende Geburtstage - versteht sich von selbst.
Noch bin ich einer der wenigen, die diese drei Parfum-Neuheiten für sich entdeckt haben. Das dürfte sich bald ändern. Seit einer Woche werden sie von einer - auf Exklusiv-Marken spezialisierten - Vertriebsgesellschaft an ausgewählte Parfumerien in den Großstädten verkauft. Ich wette, sie werden ein Renner. Mal sehen, ob ich auch mit dieser Prognose den richtigen Riecher habe.
Infos und Preise:
Iris von Arnim, Eau de Parfum, 50 ml, 79 Euro
Herr von Eden, Duft Trio Èros, Euterpe, Éclipse, je 50 ml und 100 ml: 89/119 Euro
Uli Schneider – Two of a Kind , je 50 ml, 59 Euro
Home of Fragrance
Herr von Eden
Iris von Arnim
Ulli Schneider









